Ich war noch niemals auf Saturn

14. Juli 2017 | Aus der Rubrik: Über den Tellerrand

Buchtipp: „Wilde Gene: Vom verborgenen Leben in uns“

Cover des Buchs „Wilde Gene“: Verspielte Schrift auf weißem Grund, darunter eckige, bunte gezeichnete Meereslebewesen.

Wilde Gene: Vom verborgenen Leben in uns, Rowohlt Verlag, ISBN: 978-3-499-63117-7

Bild: Rowohlt Verlag

Dass Timo Sieber und Helga Hofmann-Sieber mit dem Thema Genetik und Evolution begeistern können, habe ich schon persönlich erleben dürfen: Ich habe die beiden beim FameLab-Wettbewerb kennengelernt, wo wir gemeinsam auf der Bühne standen.

Mit ihrem Talent sind die beiden umtriebigen Forscher nun ebenfalls unter die Buchautoren gegangen: Ihr Erstlingswerk „Wilde Gene“ ist ein toller Ritt durch alles, was mit der Funktionsweise von Leben, der Evolution und der Genetik zu tun hat.

Mit lustigen Illustrationen, einer haarsträubenden Rahmengeschichte und in flapsig-familiärem Ton erzählen Timo Sieber und Helga Hofmann-Sieber Geschichten, die sie aus ihrem umfangreichen Fachwissen schöpfen. Vieles an „Wilde Gene“ hat mich daran erinnert, wie viel Spaß ich selbst beim Schreiben von „Ich war noch niemals auf Saturn“ hatte. Ich bin sicher, dass Leser, denen eines der Bücher gefällt, auch mit dem anderen Freude haben werden.

Der Klappentext von „Wilde Gene“ lockt den Leser mit einigen überraschenden Fakten, die im Buch ausführlich erklärt werden, darunter:

Wussten Sie schon, dass …

… die Banane mehr Gene hat als der Mensch?

… das menschliche Genom eine Kodierungskapazität von ca. 760 Megabyte hat?

… Francis Crick und James D. Watson, die die Doppelhelix-Struktur der DNA aufklärten, kein einziges Experiment dazu selbst gemacht haben?

Auch die Wissenschaftsgeschichte kommt nicht zu kurz. In den Naturwissenschaften geht es manchmal rauh zu, das zeigt sich auch in „Ich war noch niemals auf Saturn“, etwa als es um die Entdeckung der Neutronensterne geht – und die Frage, wer den Nobelpreis dafür bekommen sollte. Viele ähnliche Geschichten spielten sich in der Biologie ab, und die beiden Autoren von „Wilde Gene“ erzählen sie auf spannende und unterhaltsame Weise. Auch die unterhaltsamen Seiten kommen nicht zu kurz, wie die beiden etwa in einem Interview über ihr Buch erzählen:

Wissenschaftler werden ja häufig als etwas weltfremd und abgehoben dargestellt. Bei der Recherche zu unserem Buch fanden wir es deshalb besonders spannend zu sehen, wie viel hemdsärmeliger Pragmatismus oft hinter großen wissenschaftlichen Errungenschaften steckt. Nehmen wir zum Beispiel das Penicillin, das Alexander Fleming in Schimmelpilzen entdeckt hatte. Lange Zeit konnte man es nicht wirklich nutzen, weil die ursprünglichen Schimmelpilzkulturen einfach zu wenig Penicillin herstellten. […] Den Durchbruch brachte eine technische Angestellte des Labors, Mary Hunt, auch bekannt als "Mouldy Mary", die auf einem ihrer "Schimmelstreifzüge" in einem Gemüseladen in der Nachbarschaft eine vielversprechende Melone mit einer golden schimmernden Schimmelstelle gefunden hatte. Diese Melone brachte der Welt das erste wirklich nutzbare Penicillin und Mary und ihren Kollegen einen leckeren Nachtisch an einem heißen Sommertag. So funktioniert Wissenschaft...

Neugierig geworden? Dann ab in den Buchladen oder zum Onlinehandel des Vertrauens für Timo Sieber, Helga Hofmann-Sieber: „Wilde Gene: Vom verborgenen Leben in uns“, Rowohlt Verlag, ISBN: 978-3-499-63117-7.

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Die Umschlag-Vorderseite von „Ich war noch niemals auf Saturn“: Eine comichaft gezeichnete Rakete fliegt von der Erde zum Mond, auf einem Bullauge schaut ein lächelnder junger Mann.

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